Bistum Aachen legt Vermögen des Bischöflichen Stuhls offen

Gepostet von am Okt 18, 2013 in Allgemein | 4 Kommentare

Das Bistum Aachen reagiert auf die aktuelle Diskussion über die Kirchenfinanzen und legt das Vermögen des Bischöflichen Stuhls offen. Er verfügt über ein Eigenkapital von 8,2 Mio. Euro.

Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, der einen Jahresabschluss erstellt. Der Jahresabschluss wird von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und testiert. Über die Verwendung der Mittel entscheidet der Vermögensverwaltungsrat. Der Bischof von Aachen ist an die Entscheidung des Vermögensverwaltungsrates gebunden. Er setzt sich zusammen aus Generalvikar, Dompropst, Justitiar, Finanzdirektor und Leiter der Hauptabteilung Bistumspersonal des Bischöflichen Generalvikariats.
Demgegenüber wird der Jahresabschluss des Bistums Aachen seit mehreren Jahren veröffentlicht und ebenfalls durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und vom Diözesan-Kirchensteuerrat verabschiedet. Für das Jahr 2011 weist das Bistum Aachen Gesamtaufwendungen von 256,5 Mio. Euro und Gesamterträge von 283,9 Mio. Euro aus. Der Jahresabschluss 2012 wird im November 2013 im Kirchensteuerrat beraten und verabschiedet.

Veröffentlicht durch das Bistum Aachen am 15.10.2013

4 Kommentare

  1. Brendt says:

    Das ist natürlich ein Thema, das Kommentare provoziert…

    Unabhängig von irgendwelchen Details, die wir alle nicht kennen, können einen die Dinge, die da in Limburg zur Zeit passieren, schon auf die Palme bringen. Die Kirche freut sich über einen neuen Papst, der mit seiner Art der Amtsausübung unglaublich viel an Glaubwürdigkeit wiederherstellt, und dann kommt so ein Bischof mit seinem Protzprojekt und zerstört das alles mal eben im Handstreich.

    Als Sofortmaßnahme wird dann im Bistum Aachen – wie in anderen Bistümern auch – die neue Transparenz ausgerufen und ganz plötzlich ein Jahresabschluss „veröffentlicht“.

    Veröffentlicht? Wirklich? So richtig weit her ist das mit der neuen Transparenz ja wohl nicht. Ich habe auch gelesen, dass die Zahlen offen gelegt worden sein sollen und bin auf die Suche gegangen. Die Zahlen selbst – den Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls oder des Bistums – die habe ich leider nicht finden können. Die meisten Unternehmen, auch kleine, sind verpflichtet, ihre Zahlen für jedermann sichtbar im Internet offen zu legen. Warum tut das Bistum das nicht auf freiwilliger Basis? Zugegeben – ich kann nicht ausschließen, dass die Zahlen im Detail irgendwo im Internet offengelegt sind, dann hat man sie aber auf jeden Fall sehr gut versteckt. Ich finde das etwas enttäuschend und es drängt sich der Eindruck auf, in die Karten schauen lassen wolle man sich eigentlich dann doch nicht.

    Dabei wäre es sehr wichtig, den Widerspruch endlich einmal aufzulösen, der sich aus dem Bild der „unermesslich reichen Kirche“ und der Kirche, die kein Geld mehr hat, um selbst die nötigsten Dinge zu finanzieren, ergibt.

    Ich habe jedenfalls auf Basis der Pressemitteilung nicht verstanden, wie es um die Vermögens-, Finanz- ud Ertragslage des Bistums bestellt ist und hätte mir daher gerne anhand der Abschlüsse selbst ein Bild gemacht. Dass das nicht so einfach geht, finde ich sehr schade.

    H. Brendt, Niederzier

  2. Biergans says:

    Lieber Helmut Brendt,
    auf der Seite des Bistums Aachen gibt es eine leicht überarbeitete Pressemitteilung vom 21.10.2013. Danach beträgt das Vermögen des Bischöflichen Stuhls 9,0 Mio. Euro (8,2 Mio. Eigenkapital und 0,8 Mio. Fremdkapital). Der genau Wortlaut: „Es setzt sich im Wesentlichen aus Grund- und Immobilienvermögen sowie Beteiligungen zusammen“. Das Budget des Bistums und die Kosten für die pastorale Arbeit, jeweils für 2013 sind über die Bistumsseite als Grafik einsehbar.

  3. Kamitz says:

    Gesamtaufwendungen von 256,5 Mio. Euro
    Gesamterträge von 283,9 Mio. Euro

    Bedeutet das 27,4 Mio. Euro plus?
    Ist das für ein Bistum eine normale notwendige Rücklage?

  4. Biergans says:

    Lieber Martin,
    auch für das Wirtschaftsjahr 2012 weist das Bistum Aachen einen Jahresüberschuss in Höhe von 31,5 Mio. Euro aus. Unter Berücksichtigung der Rücklagen ergibt sich ein zu verwendender Bilanzgewinn von sogar 38,9 Mio. Euro.
    Es ist zu lesen, dass der Diözesan-Kirchensteuerrat beschlossen hat, aus diesem Bilanzgewinn Rücklagen für folgende Bereiche zu bilden: 20,0 Mio. Euro für Belange der Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände, 4,0 Mio. Euro zur Stützung der Arbeit der Caritas. Des Weiteren werden 8,0 Mio. Euro des Bilanzgewinns verwendet für das Sondervermögen zur Sicherung der Altersversorgung von Priestern und Laienbediensteten im Bistum Aachen. 6,0 Mio. Euro werden der sogenannten Schwankungsreserve zur Zukunftssicherung des Bistums Aachens zugeführt. Der verbleibende Betrag von 0,9 Mio. Euro wird auf das kommende Geschäftsjahr vorgetragen.
    Es ist anzunehmen, dass aus dem Jahresüberschuss des Wirtschaftsjahres 2011 in ähnlicher Weise Rückstände gebildet wurden.
    Matthias Biergans

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