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Aachener Domkapitel schlägt Bischofskandidaten vor – Liste erstellt
Auf der Suche nach einem Nachfolger für den emeritierten Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff hat das Domkapitel Kandidaten vorgeschlagen.
Die Liste wurde gemäß dem üblichen Wahlverfahren an den Papstbotschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, nach Berlin geschickt. Das bestätigte der Sprecher des Domkapitels, Franz Kretschmann, der „Aachener Zeitung“. Gemäß dem Preußenkonkordat von 1929 prüft der Apostolische Nuntius die Kandidaten und fügt gegebenenfalls eigene Vorschläge hinzu. Auch die Bischöfe der 14 Bistümer des alten Preußens machen Vorschläge für den Bischofssitz in Aachen. Anschließend leitet der Nuntius die Liste mit Vorschlägen nach Rom zur Bischofskongregation, die die Kandidaten im Einzelnen überprüft.
Bistum wählt aus Liste des Papstes neuen Bischof
Danach erstellt Papst Franziskus eine Dreierliste, die sogenannte Terna, die er zurück nach Aachen schickt. Aus dieser Liste wählt dann das Domkapitel den neuen Bischof des Bistums Aachen. Der Papst ist zwar gehalten, die vorgeschlagenen Kandidaten in Betracht zu ziehen. Er ist in der Wahl seiner drei Kandidaten jedoch völlig frei. Papst Franziskus hatte am 8. Dezember das Rücktrittsgesuch von Bischof Heinrich Mussinghof angenommen, das jeder Bischof nach seinem 75. Geburtstag einreichen muss. Mit einem Nachfolger wird dem Vernehmen nach Ende des Jahres oder Anfang 2017 gerechnet. Über die vorgeschlagenen Kandidaten wird im allgemeinen Stillschweigen gewahrt. (KNA) (Foto © Domkapitel / Studio Arnold)
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Deutsche Bischofskonferenz vor Veränderungen – Sechs Bischofswahlen stehen an
Papst Franziskus hat bisher in seiner Amtszeit nur drei neue Bischöfe in Deutschlands 27 Bistümern ernannt. An drei weiteren Orten verschob er Leitungspersonal von A nach B. Nun werden mehrere Neubesetzungen unausweichlich.
Die Deutsche Bischofskonferenz steht vor einer Serie personeller Veränderungen. In den nächsten eineinhalb Jahren werden sechs der 27 katholischen Bischofssitze neu zu besetzen sein, also beinahe jeder vierte. Bereits vakant sind zwei Bistümer im äußersten Westen und im Osten: Aachen und Dresden-Meißen. In der Mitte stehen der Mainzer Kardinal Karl Lehmann (79) und der Limburger Diözesanadministrator Manfred Grothe (76) auf Abruf. Und in Würzburg und Hildesheim erreichen Friedhelm Hofmann und Norbert Trelle im Sommer 2017 das reguläre bischöfliche Rücktrittsalter von 75.
Altersschnitt der Bischöfe wird sinken
Wenn diese sechs Bistümer neu besetzt sind, wird nicht nur der Altersdurchschnitt sinken. Erstmals wird ein nennenswerter Teil der deutschen Bischöfe nicht mehr unter direkter Mitwirkung von Kardinal Joachim Meisner ausgewählt sein. Stattdessen dürfte die Handschrift des Münsteraner Bischofs Felix Genn und des Apostolischen Nuntius Nikola Eterovic erkennbar werden.
Beide hat Papst Franziskus Ende 2013 in Schlüsselstellungen für die Bischofsauswahl berufen. Genn sitzt seitdem als einziger deutscher Bischof in der „globalen Personalabteilung“, der Bischofskongregation im Vatikan. Und Eterovic ist – unter anderem – zuständig für das möglichst geräuschlose Vorsondieren für die unverbindlichen Kandidatenlisten, die nach Rom gesandt werden. Daneben hat faktisch auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz einen gewissen Einfluss.
Franziskus ernannte bisher drei neue Ortsbischöfe in Deutschland
Bislang hat Franziskus erst drei gänzlich neue Ortsbischöfe in Deutschland ernannt: Stephan Burger (Freiburg), Stefan Oster (Passau) und Stefan Heße (Hamburg). Köln und Berlin – und auf provisorische Weise auch Limburg – wurden hingegen mit bereits vorhandenem Führungspersonal besetzt. Eine klare kirchenpolitische „Linie“ neuer Bischofsernennungen ist daher noch nicht erkennbar. Sechs Bischofsernennungen später wird sich ein vollständigeres Bild ergeben. Die Mehrheitsverhältnisse könnten sich spürbar verändern.
Derzeit rechnen Beobachter die deutschen Ortsbischöfe zu etwa je einem Drittel der „konservativen“, der „liberalen“ und der „gemäßigt liberalen“ Strömung zu. Bei Mehrheitsvoten um die Reform des kirchlichen Arbeitsrechts oder bei der Kursbestimmung für die Familiensynode waren die Konservativen in den vergangenen Jahren stets unterlegen.
Preußisches und dem badisches Wahlverfahren
Bei den nun anstehenden Neubesetzungen entscheidet das „Wie?“ stets auch mit über das „Wer?“. Mit Ausnahme von Würzburg werden die Stellen nach dem preußischen und dem badischen Wahlverfahren neu besetzt. Das bedeutet: Der Papst (beraten durch Nuntius und Bischofskongregation) stellt aus den regionalen Vorschlägen die sogenannte Dreierliste zusammen. Daraus wiederum wählt das Domkapitel einen Kandidaten, den am Ende der Papst ernennt. In Bayern wählt der Papst unmittelbar einen Kandidaten und ernennt ihn zum Bischof. In ehemals preußischen und badischen Gebieten ist die Wahlfreiheit des Papstes also eingeschränkt, taktisches und kirchenpolitisches Geschick auf vatikanischer Seite ist umso mehr gefordert.
Spannend ist auch die Frage, wer künftig die Posten der aus Altersgründen ausscheidenden Bischöfe in wichtigen Kommissionen übernimmt. So könnte etwa vom theologischen Fachwissen her der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer den Mainzer Kardinal Lehmann im Vorsitz der Glaubenskommission beerben, die in vielen dogmatischen Fragen entscheidend ist. Offen ist ferner, wer nach Bischof Hofmann die Liturgiekommission und nach Bischof Trelle die Migrantenkommission leiten wird.
Künftige Zahl Papstwahl-berechtigter Bischöfe unklar
Niemand, außer vielleicht Papst Franziskus, kann derzeit die katholische „K-Frage“ beantworten: Wie viele wahlberechtigte Kardinäle wird Deutschland nach Lehmanns 80. Geburtstag im Mai noch haben? Sicher sind derzeit nur die drei vorhandenen: Marx, Woelki sowie im Vatikan Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller. Noch 2005 und 2013 waren jeweils sechs deutsche Kardinäle an der Papstwahl beteiligt. Und wann Berlin oder Mainz wieder einen Kardinal stellen werden, vermag derzeit niemand zu sagen – zumal Papst Franziskus offensichtlich Kardinäle von den „Rändern“ der Weltkirche bevorzugt. Ludwig Ring-Eifel (KNA)
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