Tafel: Armut hat auch was mit Gesundheit zu tun

Tafel: Armut hat auch was mit Gesundheit zu tun

Gepostet von am Mai 14, 2016 in Allgemein | Keine Kommentare

„Wenn ein Kind lange Zeit in seiner Kindheit in sehr ärmlichen Verhältnissen aufwächst, dann heiß das nicht automatisch, dass die Eltern es nicht gut unterstützen oder nicht gern haben. Das ist nicht der Fall, aber dass diese Benachteiligung dazu führen kann, dass zum Beispiel die Kinder nicht genügend oder nicht gut ernährt werden, zwar ausreichend aber eben nicht Gutes zu Essen bekommen.“ – Rudi Tarneden, UNICEF

14237_dsc_2231_by_christian_schmitt_pfarrbriefserviceDamit Kinder aus ärmlichen Verhältnissen auch am Ende des Monats etwas zu Essen bekommen, das frisch ist und nicht nur Fertiggerichte, dafür sorgt in ganz Deutschland die Tafel. Essensausgaben, warme Mahlzeiten oder das Schulbrot während der großen Pause auf dem Schulhof. Die Hilfe der Tafel ist nötiger, als man denkt, weiß der Bundesvorsitzende der Tafel, Jochen Brühl: „Die Kinder, die zu uns kommen, gehen oft morgens ohne Schulbrot in die Schule. Es gibt auch Kinder, die keine warme Mahlzeit am Tag haben, daher bieten Tafeln einen Mittagstisch an, wo dann auch gleichzeitig Hausaufgabenunterstützung dabei ist. Da werden gemeinsam Hausaufgaben gemacht mit den Kindern. Das ist dann ein Ort, wo Kinder mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, aber eben auch bei schulischen Problemen Ansprechpartner haben, wenn das die Schule nicht abdecken kann.“

Der erste Schritt in die Tafel ist nicht nur für die Erwachsenen schwierig, auch Kindern fällt es schwer. Doch die Tafel ist eben nicht nur ein Ort, wo man Nahrung bekommt, sondern auch Lebensunterstützung. Oft lernen die Kinder nämlich nicht, mit Nahrung umzugehen oder was gesund ist, denn wenn es zu Hause etwas auf den Tisch gibt, ist das nicht selten Fastfood. „Oftmals weil die Eltern an drei oder vier Stellen arbeiten und keine Zeit haben. Da fällt auch das gemeinschaftliche Abendessen weg, wo man über den Tag berichtet. Aber wir merken eben auch, dass oftmals Unkenntnis über die Möglichkeit der Verwendung von Lebensmitteln vorliegt. Deswegen bieten wir Kochkurse an, dort bieten wir dann auch an, wie die richtige Lagerung von Lebensmitteln von statten geht. Wir merken, dass das alles auch mit Gesundheit zu tun hat und die Tafel versucht mit ihrem Angebot den Leuten da zu helfen und zu unterstützen, mit Lebensmitteln richtig umzugehen.“

Gäbe es die Tafeln in Deutschland nicht, fiele auch die Entlastung für viele Familien weg. Dann gäbe es auch keine Kochkurse, geschweige denn warme Mahlzeiten. Denn die Essen der Tafel sind für viele Kinder die einzige warme Mahlzeit am Tag. (rv pdy)

(Foto: Christian Schmitt in pfarrbriefservice.de)

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