Gekommen um zu bleiben

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Gepostet von am Sep 27, 2015 in Allgemein | Keine Kommentare

Pfarrer Vinzenz Nguyen van Tung feierte sein Silbernes Priesterjubiläum

Pfarrer Vinzenz Nguyen van Tung

Pfarrer Vinzenz Nguyen van Tung

Pfarrer Vinzenz Nguyen van Tung wurde am 02.07.2014 durch unseren Bischof, Dr. Heinrich Mussinghoff, zum Pfarrvikar in der GdG Merzenich/Niederzier ernannt. Wer ihm schon einmal begegnet ist oder mit ihm zusammenarbeitet, hat ihn als freundlichen und zuvorkommenden Gesprächspartner kennen gelernt. Immer ein Lächeln, immer ein gutes Wort und immer gute Laune. Zugleich ist er sehr bescheiden und liebt es nicht, wenn um seine Person viel Aufhebens gemacht wird.

Einzug der Messdiener mit dem Silberjubilar

Einzug der Messdiener mit dem Silberjubilar

Diesmal aber war es anders – um die Worte von Franz von Sales zu zitieren: „Nicht nur an dem Ort, wo du bist, ist Gott, er ist auch ganz besonders in deinem Herzen und in der Tiefe deiner Seele. Er belebt und beseelt dich mit seiner göttlichen Gegenwart“. Viele waren gekommen – eine gefüllte Kirche St. Antonius in Hambach, wunderbarer Chorgesang und beeindruckende Musik mit Querflöte, Geige und Gitarre – so konnte sich der Jubilar über die Anteilnahme seiner Mitchristen aus allen Pfarrgemeinden der GdG Merzenich/Niederzier richtig freuen.

Festredner Stephan Klocke

Festredner Stephan Klocke

„Hallelujah, earth and heaven” des Chores HamONie unter der Leitung von Ruth Spaltmann, stimmte auf einen feierlichen Jubiläumsgottesdienst ein. Stephan Klocke, Lehrer in Aldenhoven, hatte die Aufgabe der Festansprache übernommen sowie die Lebensgeschichte des Jubilars vorgetragen und dabei auf die Parallelen der Flüchtlingsströme von damals und heute hingewiesen. Verschlungen und bisweilen abenteuerlich waren die Wege des Jubilars, die ihn aus Südvietnam in unser Bistum geführt haben. Seine 14-köpfige Familie war nicht wohlhabend, doch sie ermöglichte ihm eine höhere Schulbildung und das Studium. Das musste er aufgeben, als die Vietkong seine Heimat erobert hatten. Er entschloss sich zur Flucht aus der Heimat, die ihn als einen der Boatpeople nach Indonesien verschlug.

Eröffnung der Festmesse

Eröffnung der Festmesse

Damals wie heute begleiten die Flüchtlinge auf ihren Wegen Ängste, aber auch vor allem Hoffnung und Wünsche für ein besseres Leben. Und wenn man die unterschiedlichen Flüchtlingsströme in den vergangenen Jahrzehnten vergleiche, gab es immer auch bei unserer hiesigen Bevölkerung Vorbehalte einer so genannten „Überfremdung“, die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz oder die vermeintliche Gefahr seitens des Islam. Aber alle Ereignisse erwiesen sich stets als unproblematisch und lösbar. Glücklicherweise zeigen sich allerorten auch in diesen Tagen Verständnis, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe angesichts der vielen Schutz suchenden neuen Nachbarn.

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Als der Jubilar im Jahre 1980 als Asylberechtigter nach Deutschland kam, wo er ab 1982 in Bonn Theologie studierte und anschließend das Priesterseminar Aachen absolvierte, war es für ihn nicht leicht. Eine komplizierte Sprache, fremde Speisen und Bräuche, ein anderes Wetter gehörten zu den ersten Herausforderungen seines neuen Lebens in Deutschland. Der damalige Aachener Bischof, Dr. Klaus Hemmerle, weihte ihn schließlich im Jahre 1990 zum Priester und er konnte in St. Bonifatius, Düren seine erste Priesterstelle antreten. In den Folgejahren war es ihm ein Herzensanliegen, seine Heimat und vor allem die vielen benachteiligten Kinder dort zu unterstützen. Die Gründung des Vereins „Haus Betania e. V.“ im Jahre 2010 ist daher seinem Ehrgeiz und seinem Einsatz für diese Kinder zu verdanken.

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Nach einer Reihe von Stationen in Pfarreien im Bistum Aachen, arbeitete er in der Dürener Großpfarre St. Lukas und ist nun in unseren 9 Pfarren der GdG Merzenich/Niederzier tätig.

IMG_1472 (2)Anlässlich der Priesterweihe erhielt der frisch gebackene Priester damals ein Birett, eine Stola, eine Albe, ein Zingulum, eine Kasel und eine Soutane, um die Hl. Messe zu feiern. An seinem Jubeltag konnte er sich über ein neues, goldenes Kreuz freuen.

Im Anschluss an den Festgottesdienst hatte der Jubilar zu einem gemütlichen Beisammensein im angrenzenden Pfarrheim eingeladen. Auch hier nutzten viele die Gelegenheit, ihm zu gratulieren, für seinen initiierten Verein „Haus Betania“ zu spenden und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Der Chor HamONie sang und es wurde ein Film über die Kinder in Vietnam gezeigt. Schließlich gab es auch ein Mittagessen mit leckeren, vietnamesischen Spezialitäten.

Unserem Jubilar gratulieren wir herzlich. Für sein weiteres Wirken als Seelsorger wünschen wir ihm alles Gute sowie eine ausgezeichnete Gesundheit und allzeit Gottes Segen.

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