Veranstaltung des Bistum Aachens und des Domkapitels: Inspiration – Dialog – Engagement

Veranstaltung des Bistum Aachens und des Domkapitels: Inspiration – Dialog – Engagement

Gepostet von am Jan 21, 2017 in Allgemein | 1 Kommentar

screenshot1150In der Ökumenischen Citykirche St. Nikolaus in Aachen fand am 19.01.17 eine Dialogveranstaltung des Bistum Aachen und des Domkapitels statt. Bei dieser 3. Dialogveranstaltung ging es um das Thema: Wie können wir die Innovationsprozesse, werteorientiert gestalten? Im Fokus sollte der Dialog und die Einigkeit an einem Strang zu ziehen, stehen. An einer ähnlichen Veranstaltung haben wir bereits im Jahre 2014 teilgenommen, Wir berichteten.

Die mit ca. 100 Teilnehmern gut besuchte Veranstaltung startete mit einer Begrüßung durch Generalvikar Dr. Andreas Frick und Dompropst Manfred von Holtum.

Einen Impulsvortrag hielt Prof. Frank Piller von der RWTH Aachen, der die Situation und Herausforderung für die Unternehmen skizzierte. Dabei ging es um die betriebswirtschaftlichen Erfordernisse und Konsequenzen der Digitalisierung. In seinem Vortrag stellte er Veränderungen vor, die jeden betreffen. Zum einen sind Produkte die auf den Markt kommen beim Kauf noch nicht fertig und bekommen Updates. Bei der dazugehörigen Selbstoptimierung werden Dinge verbessert, die Konsumenten bei der Benutzung herausfinden. Und dann kommt die vorbeugende Instandhaltung dazu. Anhand der Technik von Google Translate beschrieb Prof. Piller die Vernetzung der Welt und wie sie sich digital bis auf den cm² weiter optimiert.

TalkrundeIm zweiten Teil der Veranstaltung führte Sozialwissenschaftler und Philosoph Prof. Joachim Söder von der Katholischen Hochschule Aachen mit Dr. Andreas Frick und Prof. Frank Piller eine Talkrunde. Es ging dabei um die Fragen, wie sich Unternehmen und Kirchen auf den digitalen Wandel einstellen und wie die nötigen Entscheidungen im Innovationsprozess werteorientiert erfolgen können.

„Durch die technischen Möglichkeiten kann es eine schöne neu Welt werden. Ethnische Projekte haben große Chancen auf Erfolg. Die geschaffenen Freiräume für die Menschen können zu einer Humanisierung führen“, so Prof. Söder. Auch der Bildungssektor profitiert davon. Bei der anstehenden Revolution, wird kein Stein auf dem anderen bleiben, wobei ein Grundeinkommen auch eine Option sei. Dr. Frick fügte hinzu, das es im Menschen steckt zu forschen, weil Veränderung abzulehnen, sterben bedeutet. Da fast nur noch die Inhaber von Algorithmen monitär profitieren, sollten diese besteuert werden. Darin waren sich alle in der Talkrunde einig.

Im Anschluss stellten Itha Rappmann (Domkapitel Aachen, Unternehmenkomunikation) und Wolfgang Huber (Stabsstelle Kommunikation, Fundraising) den weiteren Ablauf mit der Vorstellung verschiedener Projekte und den daraus entstehenden Thementischen vor.

Tisch 1: Diskussion zur Digitale Transformation mit Prof. Dr. Piller: Dort wurde das Thema aus seinem Vortrag weiter behandelt.

Tisch 2: Digitale Gesellschaftsmodelle mit Stefan Fritz und Sahrah Güsken: Hier ging es darum, von Großstädten zu lernen, wie die Shared Economy mit der Infrastruktur funktioniert.

Tisch 3: Soziale Innovation mit Dr. Prof. Söder und Daniel Knoblauch: Hier beschäftigte man sich mit der Frage, wie Innovationen mit wirtschaftlichem Fokus entwickelt werden können und was man dafür braucht. Starke Persönlichkeiten und eine kontinuierliche Weiterentwicklung.

Tisch 4: Digitalisierung und Ethik mit Dr. Frick und Dr. Körber: Hier vertrat man die Meinung, dass technischer Fortschritt nicht ohne gesellschaftlichen Bezug und Konsens geschehen dürfe. Die großen elementaren ethnischen Grundsätze stellen eine Hilfe dar, die durch Einzelne und Institutionen eingebracht werden können.

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Tisch 5: Digitale Innovationen des Bistum Aachen mit Karl Kampermann und Dr. Dillmann: An dieser sehr kleinen Runde habe ich teilgenommen. Anhand eines Unternehmens wurde besprochen wie man alle Mitarbeiter bei grundlegenden Veränderungen durch die zunehmende Digitalisierung mitnehmen kann. Im Bistum selber, betreibt man Outsourcing von Projekten. Nur die strategischen Überlegungen – vornehmlich mit dem Überbegriff Infrastruktur – sind im Bistum verankert. Als Beispiel wurde das virituelle Pfarrbüro genannt. Auch die Vernetzung von 300 Kindergartenleitungen sei in Arbeit.

Tisch 6: Digitale Innovation des Domkapitels Aachen mit Manfred von Holtum und Günter Schulte: Als digitale Innovation verstand man hier die geplante neue Beleuchtung für den Aachener Dom. Die mit 350.000 Euro veranschlagten Kosten dafür, sollen durch Spenden aufgebracht werden.

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Kommentar: Nach meiner Meinung, die ich auch in Gesprächen mit Verantwortlichen des Bistums im Anschluss weitergab, wurden die wirklich wichtigen und nachhaltigen Themen der Digitalisierung leider nicht angesprochen. Unterstützt die Kirche Netzneutralität?  Ist die Kirche eine Anlaufstelle für die Digitale Selbstbestimmung und hat sie einen Plan, wie mit der zunehmenden Überwachung in allen Bereichen gesellschaftlich umzugehen ist?

Weitere Berichte über den Abend finden sich auf:

WDR Lokalzeit aus Aachen vom 20.01.2017 ab Minute 18.30

Aachener Nachrichten (kostenpflichtig)

Synaix Blog

Unternehmerdialog Bistum Aachen

 

1 Kommentar

  1. Detlev Artelt says:

    In der Tat eine spannende Veranstaltung. Das Thema Digitalisierung und Kirche hat noch viel Potential und ruft nach weiteren Events wie diesem.

    Gruß Detlev Artelt

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