Liturgie

von Biergans am 02.08.2020

  09. August 2020 – 19. Sonntag im Jahreskreis

ZUM EVANGELIUM                              Vom Gehen Jesu über den See berichten außer Matthäus auch Markus und Johannes (Mk 6, 45–52; Joh 6, 15–21). Jeder setzt die Akzente auf seine Weise. Bei Matthäus richtet sich das Interesse vor allem auf die Jünger; Petrus fällt besonders auf. Was den Jüngern widerfährt, weist auf die Geschichte der Kirche hin: starker Gegenwind, schwacher Glaube, selbst bei Petrus. Aber Jesus ist da, er ist „der Herr“, „der Sohn Gottes“. Am Ende stehen die Anbetung und das Glaubensbekenntnis.

 

Evangelium (Mt 14, 22–33)

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte,
drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.
Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
Nachdem er sie weggeschickt hatte,
stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt
und wurde von den Wellen hin und her geworfen;
denn sie hatten Gegenwind.
In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen;
er ging auf dem See.
Als ihn die Jünger über den See kommen sahen,
erschraken sie,
weil sie meinten, es sei ein Gespenst,
und sie schrien vor Angst.
Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen
und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es;
fürchtet euch nicht!
Petrus erwiderte ihm und sagte:
Herr, wenn du es bist,
so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
Jesus sagte: Komm!
Da stieg Petrus aus dem Boot
und kam über das Wasser zu Jesus.
Als er aber den heftigen Wind bemerkte,
bekam er Angst.
Und als er begann unterzugehen,
schrie er: Herr, rette mich!
Jesus streckte sofort die Hand aus,
ergriff ihn
und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?
Und als sie ins Boot gestiegen waren,
legte sich der Wind.
Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder
und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

Für den Tag und die Woche

Der Mut   – Die Kirche muss verstehbar werden als Weg Jesu zu uns. Er gibt sich in die Geschichte hinein (… Wort, Sakrament, Amt), um sich mitzuteilen und je neu Menschen in seine Nachfolge zu rufen. „Wenn du es bist, dann sag, dass ich kommen soll!“ Diese Leidenschaft des Petrus für den Herrn, dieser Mut, das Boot des Gewohnten zu verlassen und auf dem See ihm entgegenzugehen, heißt heute Mut zur Kirche. Wenn Jesus es ist, der in der Kirche ruft, dann brauchen wir den Mut, uns auch auf eine fremde und schwer verständliche Kirche einzulassen. (Klaus Hemmerle)

 

Quelle: SCHOTT LESEJAHR A