Liturgie

von Biergans am 16.09.2021

          19. September 2021 – 25. Sonntag im Jahreskreis 

ZUM EVANGELIUM                                                 Jesus, der Menschensohn, wird den Menschen ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten. Gott wird ihn von den Toten auferwecken. Den Jüngern bleibt dies fremd. Sie träumen von Macht und Größe. Jesus aber lässt uns nicht im Zweifel darüber, worin die wahre Größe besteht. Er steht auf der Seite der Kleinen und hat sich zum Diener aller gemacht.

Evangelium  (Mk 9, 30–37)

In jener Zeit
zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa.
Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
denn er belehrte seine Jünger
und sagte zu ihnen:
Der Menschensohn
wird in die Hände von Menschen ausgeliefert
und sie werden ihn töten;
doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden das Wort nicht,
fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafárnaum.
Als er dann im Haus war,
fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen?
Sie schwiegen,
denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen,
wer der Größte sei.
Da setzte er sich,
rief die Zwölf
und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will,
soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte,
nahm es in seine Arme
und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt,
der nimmt mich auf;
und wer mich aufnimmt,
der nimmt nicht nur mich auf,
sondern den, der mich gesandt hat.

FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE

Kinder haben eine besondere Begabung zur Begeisterung und zum Staunen; „wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineingelangen“, sagt Jesus, der Liebhaber des Lebens (Mk 10, 15). … In jeder Lebenssituation, auch im hohen Alter, brauche ich dieses Wohlwollen, um Verwandlung an mir geschehen zu lassen. Staunen, dass auch gut eingespielte Mechanismen oder immer wiederkehrende „Fallen“ mir zur Wachstumschance werden, ist nur möglich, wenn mir der Schonraum des Kindes zugestanden wird. Zum Staunen, wie sich verhärtete Beziehungen aufweichen lassen, weil einander Verwandlung zugestanden wird, gehört die Offenheit des Kindes in mir. Hier liegt einer der tiefsten Gründe, warum in meinem ganzen Leben das Staunen Raum haben soll: Bei Gott zählt nicht, was ich war, sondern nur, was ich bin. (Pierre Stutz)

Quelle: SCHOTT LESEJAHR B